Sonntag, 11. Januar 2015

Ein Interview mit Celeste Ealain

Hallo meine Lieben,

um euch etwas neues und interessantes zu geben, habe ich mir überlegt, Interviews mit Autoren zu führen. Da ich bei sehr vielen meiner Beiträge die Bücher von Celeste Ealain erwähnt habe, möchte ich euch diese gerne etwas näher bringen und vorstellen.




Celeste Ealain ist dein Künstlername, oder? Wie lautet dein
richtiger Name?

Ja, es ist ein Künstlername, der mich fast zum Wahnsinn getrieben hat, bis er endlich gefunden war ;o) Celeste war immer schon mein Lieblingsname und steht für Himmel und blau/türkis. Und da Türkis meine Lieblingsfarbe ist – was auch im Großteil meiner Cover zu erkennen ist – konnte er nicht treffender gewählt werden. Der Nachname ist Irisch und steht für „Kunst“, da ich eine sehr kreative Seele bin. Neben dem Schreiben zieht es mich nämlich auch zur Malerei etc. hin.
Und wie ich im bürgerlichen Namen heiße? Das möchte ich hier nicht verraten, da ich mein Privatleben etwas schützen möchte. Interessierte Leser und Beobachter finden es dennoch auch so heraus, was sich nicht immer vermeiden lässt ;o)

Dass du dein Privatleben schützen möchtest, kann ich verstehen ;) Den Hintergrund deines Künstlernamens finde ich sehr interessant. Um dich besser kennenzulernen, wie würdest du dich in ein paar Sätzen beschreiben, bzw. vorstellen?

Ich würde mich selbst als ruhelosen, bunten, schrillen Tausendsassa beschreiben. Eine Abenteurerin, die nichts unversucht lässt, um das Leben kennenzulernen, in all seinen Facetten, Farben und Formen. Ich laufe dabei zwar immer wieder Gefahr zu viel gleichzeitig zu machen, aber scheinbar kann ich einfach nicht anders ;o) Ich liebe es zu reisen, Rätsel zu lösen und den Kontakt mit fremden Kulturen und exotischen/gefährlichen Tieren. Und ich bin die ungeduldigste und unnachgiebigste Person, die es gibt.

Da sind wir uns gar nicht so unähnlich, denn ungeduldig und ruhelos bin ich auch. Was magst du gerne, was vielleicht nicht so gerne?

Ich probiere gerne Neues, lerne gerne dazu. Tanzen und Singen sind ebenfalls Leidenschaften von mir, ob ich darin gut bin, will ich selbst nicht beurteilen :D Ich liebe exotisches Essen und Freizeitparks. Auch die Unterwasserwelt fasziniert mich. 

Ich mag es nicht ignoriert zu werden oder wenn Menschen unzuverlässig oder unpünktlich sind. Ich fühle mich unrund, wenn mir etwas rausrutscht und ich Menschen damit verletze und es nicht mehr rückgängig machen kann. Ich mag an mir das impulsive und oftmals übereilte Handeln überhaupt nicht.

Ich bin begeistert, Tanzen und Singen sind auch meine Leidenschaft. Singen kann ich zwar nicht, aber das hält mich nicht davon ab. Das Gefühl ignoriert zu werden kenne ich und finde es ebenso schrecklich. Du scheinst genauso ein Mensch zu sein, der sich sehr viele Gedanken um die Menschen zu machen, die dir am Herzen liegen. Dann kommen wir mal zu einem anderen Thema. Was machst du neben dem Bücher schreiben?

Ich arbeite im Dienst der Gemeinde Wien in Österreich, parallel schaffe ich auch Acrylbilder mit Spezialeffekten, die bereits dreimal international ausgestellt wurden. Modedesign und Innenraumgestaltung kommen in seltenen Fällen auch hinzu. Meine Lieben haben es also nicht so leicht mit mir, weil sie mich mit so vielen Leidenschaften teilen müssen.

Leicht vielleicht nicht, aber ich finde, dass diese Vielfalt genau zu den Beschreibungen deiner Person passen. Welche Genres liest du gerne? Welche Bücher magst du gar nicht?

Vom Genre her lese ich gerne Fantasybücher, ScienceFiction – wobei hier keine Raumschiffstorys gemeint sind – und erotisch angehauchte Literatur. Es kann gut und gerne ein Hauch Thriller dabei sein. Während mir bloße Liebesschnulzen, Krimis, Kriegsgeschichten, Western oder Alltagsstorys überhaupt nicht zusagen. Das spiegelt sich wohl auch in meinen eigenen Romanen wider. Ich mag es, wenn die Geschichten vom Mainstream abheben und mit Spannung und Action gespickt sind. 

Ich gehöre zu den Lesern, die ein Buch zur Seite legen, wenn die ersten zehn Seiten mich nicht fesseln können. Und wenn Teil eins einer Romanreihe mich zu guter Letzt nicht überzeugen konnte, lese ich auch die anderen nicht. Für mich ist es auch ein No-go, das Ende vorher zu lesen ;o)

Das ist ja auch das, was an deinen Geschichten so besonders ist. Sie sind nicht Mainstream. Wie bist du zum Schreiben gekommen? Hat dich z.B. ein anderer Autor dazu inspiriert?

Nein, um ehrlich zu sein, war ich immer mehr ein Cineast als ein Bücherwurm – muss ich zu meiner Schande gestehen. Daher war es auch James Camerons „Avatar“, der mich so beeindruckt hat, endlich einer meiner Geschichten aus dem Kopf aufs Papier zu extrahieren. Im Grunde genommen hatte ich seit meinem 11. Lebensjahr Ideen und Tagträumereien, um monotone Situationen zu überbrücken oder einfach mit einem Lächeln einzuschlafen. So ist das erste Wort von „Enujaptas Fluch“ 2012 über die Tastatur des Laptops verewigt worden.

Avatar war auch ein sehr beeindruckender Film. Wenn du eine neue Geschichte schreibst, schreibst du spontan und lässt dich von der Geschichte leiten? Oder denkst du dir zuerst den gesamten Plot aus und schreibst dann anhand des „fest“ vorgegeben Plots?

Ich gehöre zu den stark strukturieren Künstlern. Meine Geschichten „erscheinen“ beinahe komplett in meinem Kopf, zumeist während ich eigentlich mitten im Schreiben eines anderen Romans bin ;o) Dann skizziere ich die Idee in einem Storyboard von ein paar Seiten (ca. 20) und dann kommt es in die Warteschleife für die Umsetzung. Und ich denke mir, solange das so reibungslos und ohne Schreibblockaden Spaß macht, möchte ich diese Passion weiterführen. Ich glaube nicht, dass ich unter Druck und Zwang auf einem weißen Papier adhoc eine Story fabrizieren könnte. Deswegen hoffe ich, die Ideen gehen mir niemals aus und dass die Leser weiterhin Freude an meinen Romanen haben. Denn ihre tollen Rückmeldungen und Kontaktaufnahmen berühren mich und motivieren mich weiter an mir zu arbeiten.

Dann hoffe ich, dass es dir noch sehr lange Spaß macht und ich finde genau das merkt man auch in deinen Büchern. Wenn du eine Geschichte schreibst, sind die Charaktere frei erfunden, oder ähneln sie Freunden, Verwandten oder vielleicht auch Menschen, die du nicht so gerne hast?

Also ich glaube, jeder Autor, der behauptet seine Charaktere seien frei erfunden, sieht das völlig falsch. Denn wir KÖNNEN nur Protagonisten und Antigonisten erschaffen, aus einem Konvolut an Eindrücken, die wir durch das Zusammenleben mit Menschen oder dem Beobachten von Filmen und Co. vorab gewonnen haben. Jeder Mensch da draußen hinterlässt Spuren in unserem Leben; Gestiken und Mimiken werden unbewusst gespeichert und hinterlassen Erkenntnisse oder stoßen einem ab. Genau diese Momentaufnahmen, Erfahrungen und Emotionen schüttet ein Autor dann in die Charaktere, um sie zu formen und lebendig zu machen. Es ist unbewusst, aber in jeder einzelnen Kreation stecken kleine Bestandteile realer Menschen, die einem nahe liegen oder lagen, die wir gehasst haben, die uns geprägt oder beeindruckt haben. Und in meinem Fall kann ich auch behaupten, auch mich selbst darin wiederzufinden. 

Dein aktuelles Buch ist der zweite Band der ISAY-Reihe. Magst du dazu ein paar Worte sagen?

Ja, gerne. In diesem Band der SciFi-Fantasyreihe war mir die innere Zerrissenheit von Silena, einer der Protagonisten, sehr wichtig. Ich wollte aufzeigen, wie schnell man als Mensch auf die schiefe Bahn gerät und wie blind man aufgrund von Verunsicherung und Zweifel wird. Die Reihe ist als Vampirgenre gereiht, wobei ich es selbst gar nicht so empfinde. Ich habe nur eine Spezies gebraucht, die sich von Blut ernährt, obwohl sonst kaum ein Klischee der bekannten Blutsauger in dem Roman zutrifft. Ich vereine eine moderne Zeit, auf einem fremden Planeten mit aktuellen Problemen wie Intrigen, Verrat, Liebe, Verlust, Freundschaft und Angst. Die Entwicklung der Antigonisten hat mir in diesem Teil besonders gefallen, weil mir erstens wichtig ist, dass der Leser es immer wieder liebt sie zu hassen, aber dennoch in ihr Inneres blicken können, um zu erfahren, wie sie so geworden sind oder welche Sicht sie so handeln lässt. Mir war Tempo und Spannung wichtig und ich bemühe mich mit mehreren Erzählsträngen und Perspektivenwechsel dem Leser so viel Abwechslung und Überraschung zu bieten, wie möglich ;o) Ich hoffe, es ist mir gelungen.

Das stimmt. Mit einem klassichem Vampirroman hat das Buch nicht viel zu tun. Abwechslung und besonders Überraschungen sind dir gelungen, genauso, dass man in das Innere der Antigonisten sehen kann. Wie bist du auf die Idee des Buches gekommen? Was inspiriert dich bei deinen Geschichten?

Ich muss dir ehrlich gestehen, ich frage mich das noch heute. Die charakteristischen weißen Augen mit den glühend blauen Ringen sind bei Teil 1 plötzlich in mein Leben getreten und haben mir ihre Geschichte erzählt. Ich könnte mich nicht mehr erinnern, gerade ein Buch oder einen Film mental inhaliert zu haben, das/der mich so beindrucken hätte können oder in die Idee eingeflossen wäre. Bei Teil 2 war es Asrael, der auf beängstigende und mystische Art seine Berechtigung in der Geschichte einfach so beansprucht hat. 

Ich erkenne in meinen Romanen jedoch immer wieder aktuelle Ereignisse in meinem Leben, die ich vielleicht darin verarbeite. Somit stimmt es womöglich auch: Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst.

Da kann ich dir nur zustimmen. Ich habe das Buch gelesen und meine eigene Meinung dazu gebildet. Mich würde es interessieren, was Du mit dem Buch aussagen möchtest und ob genau diese Aussage bei den Lesern angekommen ist.

Das ist eine schwierige Frage, da jeder Leser die Geschichte individuell empfindet und auch das Feedback immer unterschiedlich ausfällt. Für mich haben mehrere Aspekte in dem Roman eine Rolle gespielt. Einerseits wie blind man durch Verunsicherung, Zweifel und Gier werden kann. Wie rasch man den falschen Weg einschlägt oder man andere Individuen all zu rasch in eine Box schmeißt oder sie anfeindet. Andererseits das jede Freundschaft Höhen und Tiefen durchlebt und dennoch bestehen kann. Ich wollte auch zeigen, dass so viel Hass gegeneinander letztendlich dazu führt, dass alles zerstört wird und IMMER – zu jeder Zeit – das Ruder herumgerissen werden kann, wenn es um ein höheres Ziel geht und alle zusammenhalten. Man soll nie aufgeben und auch die Hoffnung nicht all zu rasch aufgeben. Da draußen geschehen Wunder und zumeist durch unsere eigene Hand ;o)

Und ich bin der Meinung jeder Leser erkennt eine andere Botschaft in dem Roman „Ich bin … das Chaos“ und das finde ich schön. Jeder pickt sich die Moral heraus, die ihm an nahesten steht.

Die Cover der ISAY-Reihe sind sehr ähnlich. Wie bist du auf die Idee gekommen, diese Cover so zu gestalten?

Hier kann ich getrost meinen Finger auf meine Grafikerin Viktoria Petkau lenken. Sie ist eine kreative Seele, die immer bekannter wird und das zu recht. Wobei ich es ihr gewiss nicht leicht gemacht habe, da ich eine sehr schwieriger und schwer zufriedenstellende Kundin bin ;o) Als sie Teil 1 kreiert hatte, war ja noch nicht die Rede von einer Trilogie, daher ist es nachträglich auch sehr kompliziert der Story entsprechend passende Cover nachzuproduzieren. Daher Hut ab an die Künstlerin. Sie hatte die Idee aufgrund meiner Schilderungen im eigenen Ermessen gestaltet und die Reihe kommt sehr gut an.

Da kann ich nur zustimmen. Hut ab, denn die Cover sind echt gelungen. Wir haben ja erfahren, dass du strukturiert schreibst. Mich würde interessieren, wie lange schreibst du so an einem Buch schreibst?

Anya Omah – eine Schreibkollegin – meinte einmal, ich arbeite wie eine Maschine, da ich so strukturiert und geplant meine eigenen Vorgaben und Ziele umsetze, sodass ich von der Entstehung, Recherche und dem Schreiben zwei bis drei Monate benötige. Meine Romane haben zwischen 280 und 360 Seiten. Wobei hier NICHT das Lektorat und das Lesen der Betaleser inkludiert ist, nur ein mehrfaches Korrekturlesen durch mich, sowie die Überarbeitung über Papyrus. Mir ist aber bewusst, dass ich dieses Tempo auf Dauer nicht aufrecht halten kann, da ich parallel Co-Autorin und Betaleserin bin, einen Blog betreue, eine Homepage mache, Leserunden organisiere, Werbung vorantreibe, die Cover und Werbematerialien bestelle, im engen Kontakt mit Lesern und Bloggern gefordert bin, Interviews gebe, die Formatierung und die Veröffentlichung meiner Bücher selbst betreue und mit jedem Roman wächst die Herausforderung ;o) Aber es macht Spaß, wie kann man sich dann anders verhalten ;o)

Da muss ich deiner Schreibkollegin recht geben. Das ist echt schnell. Selbst wenn es länger dauert, werden die Leser nicht traurig sein, denn ich warte lieber länger auf ein Buch, dafür ist es dann aber auch gut. Jetzt habe ich noch eine richtig fiese Frage zum Abschluss und hoffe, du nimmst sie mir nicht übel ;) Welches deiner bisher veröffentlichen Bücher gefällt dir am besten?

Hmmm, da tu ich mir etwas schwer. Ich wanke zwischen „Die verschollene Rasse Mensch“ und „Ich bin … das Ende“, was wohl auch die Käufer so sehen ;o) Aber jede meiner Storys liegt mir am Herzen, weil meine Ideen wie Kinder sind und man emotional daran hängt. Natürlich weiß man, dass nicht jede Story ein Bestseller sein kann, aber dass muss es ja auch nicht und gehört zu dieser Berufung dazu ;o)

“Ich bin... das Ende” fand ich auch wirklich gut, aber ich bin ein absoluter Fan von “Die verschollene Rasse Mensch”. Aber auch die anderen Bücher fand ich echt super und gelungen.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Dafür danke ich dir sehr. Ich freue mich schon, wenn dein nächstes Buch erscheint ;)

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