Mittwoch, 24. Juni 2015

[Rezension] Zum Androiden geboren von Celeste Ealain



Gefangen in einem fremden Körper in einer ungewissen Zeit ist eine Frau auf der Suche nach der Wahrheit. Wer ist sie, woher kommt sie und wer hat sie zu dem gemacht, was sie heute ist? In einer entemotionalisierten Gesellschaft, in der soziale Kontakte kaum noch Freundschaft, Liebe und Verständnis hervorbringen, werden unentwegt elektronische Helfer produziert, um das Leben der Menschen einfacher zu gestalten. Aber wird dieses Ziel auch tatsächlich dadurch erreicht, oder entfremden wir uns dadurch nur noch mehr? In diesem Roman werden illegale Machenschaften und Verbrechen an der Menschheit aufgedeckt, die sie sich selber zuzuschreiben hat. Fantasy stößt hier auf kalte Science-Fiction, Liebe auf metallene Grenzen. Die Frage nach dem, was menschlich ist, wird hier auf unkonventionelle, eindringliche und gerade deshalb unterhaltsame Weise aufgeworfen. Tauchen Sie ab in eine mögliche Zukunft …

Buchformate: E-Book

Seitenzahl: ca. 299

Originalsprache: deutsch

Kosten: 1,99 €



Als Awill und seine Frau sich scheiden lassen, ist er frustriert. Daraufhin entscheidet er sich einen Sex-o-Bot zu kaufen. Doch dieser entwickelt nach einem Unfall einen eigenen Willen. Als Awill und Leyana nachforschen, entdecken sie etwas schreckliches. Gleichzeitig erfährt man die Geschichte von Tracy. Sie ist nur mit ihrem Vater aufgewachsen, da ihre Mutter früh gestorben ist. Als ein mysteriöser Fremder ihr Informationen zuschickt, erfährt sie, dass die Firma ihres Vaters nicht das zu sein scheint, was sie darüber zu glauben schien. Als dritten Handlungsstrang hat man die Geschichte von Olivia, die unter ihrem Mann leidet und eigentlich mit ihrer großen Liebe und ihrem kleinen Mädchen durchbrennen wollte.


Celeste Ealain entführt uns in die Nahe Zukunft und zeigt uns, wie schockieren die weitere Entwicklung der Technik sein kann. Die Grundidee des Buches finde ich sehr interessant und auch gut umgesetzt. Die einzelnen Handlungsstränge wechseln immer wieder an genau der richtigen Stelle, sodass das Buch immer spannend bleibt. Ich habe erst bei ca 70 Prozent gemerkt, wie alles zusammen hängt - ich denke aber, dass dies einem Leser auch früher klar werden kann. Es ist genau durchdacht, wann welche Information dem Leser wann gegeben wird und dem Leser selber überlassen, was er mit dieser dann macht. Das Buch ist sehr gesellschaftskritisch und das merkt man relativ schnell.


Was mir bei Celeste immer wieder auffällt ist, dass die Beschreibungen sehr bildlich und detailiert sind. Es werden teilweise Akzente auf Dinge gesetzt, die in den meisten Büchern eher unwichtig sind. Das finde ich super und gefällt mir sehr. Der Schreibstil lässt sich leicht und flüssig lesen und fesselt von der ersten Seite an. Ich bin jedes Mal erneut erstaunt, wie sehr ich von den Büchern verzaubert bin.


Die Protagonisten sind komischerweise diejenigen, die sich mit der neuen Technik nicht so sehr anfreunden können und kritisieren die Gesellschaft immer wieder. Dadurch, dass diese eher gegen den Strom schwimmen, wirken diese sympathischer und uns näher. Oftmals ist es schwierig, sich in eine Person von der Zukunft rein zu versetzen. Die einzelnen Personen finde ich sehr gut durchdacht und beschrieben. Sie haben ihren Charackter und sie verändern sich nicht.


Zusammengefasst kann ich sagen, dass dieses Buch sehr gelungen ist. Der Schreibstil ist sehr bildlich und flüssig zu lesen. Die Handlung und auch die Protagonisten sind sehr gut durchdacht. Mir ist nur sehr spät erst klar geworden, wie alles zusammen hängt, sodass ich mich manchmal gefragt habe, was das alles soll. Ich kann das Buch trotzdem nur empfehlen.

Deswegen gibt es:
4 von 5 Schmetterlingen

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