Montag, 22. Februar 2016

[Rezension] Drecksspiel von Martin Krist


Schlüssel rasseln an der Tür. »Ich hab mich hübsch gemacht«, wispert Hannah, während ihr Mann Philip hinter ihr den Raum durchquert. Seine Hand streift ihren Nacken. Sie neigt den Kopf und ... sieht Handschuhe voller Blut. Finger schließen sich um ihre Kehle. Als sie wieder zu sich kommt, ist sie an einen Stuhl gefesselt. Vor ihr ein fremder Mann. Nur ein Gedanke peinigt sie in diesem Moment: Er darf Millie nicht finden! - Hannahs Tochter schläft im ersten Stock. Seit der Expolizist David Gross vor Jahren untertauchen musste, arbeitet er als diskreter Problemlöser. Diesmal ist es ein grauenvoller Entführungsfall ... 


Seitenzahl: 400
Originalsprache: Deutsch
Verlag: Ullstein Taschenbuch
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Auf dieses Buch bin ich eigentlich nur gekommen, weil ich zu dem Autor auf eine Lesung wollte, die aber verschoben wurde. Thriller waren immer schon meins und dieser schont den Leser absolut nicht. Mich hat dieser Thriller begeistert, aber auch verwirrt zurück gelassen.

Die Idee hinter dem Thriller fand ich interessant, aber gut umgesetzt. Bis zur Hälfte des Buches war man schon sehr verwirrt, aber nach und nach haben sich die Fäden dann zusammengesetzt. Dieses Buch besteht aus sehr vielen Erzählsträngen, die sich in relativ kurzen Abständen immer abwechseln. Diese haben sich teilweise überschnitten und sind am Ende alle zusammen gelaufen. Nur das Ende hat mich ein wenig unbefriedigt zurück gelassen, da es auf einen weiteren Band hinaus laufen muss, jedoch nicht direkt was darüber zu finden ist.

Sprachlich kann ich über dieses Buch nicht meckern. Lange habe ich nach einem Thriller gesucht, der den Leser nicht schont und dies tut Martin Krist auch nicht. Er setzt dem Leser Tatsachen vor, die er nicht verschönt. Seine Wortewahl finde ich genau richtig für einen guten Thriller. Das Buch ließ sich, wenn man von der anfänglichen Verwirrtheit mal absieht, sehr gut lesen. Man fliegt durch die Seiten und muss das Buch einfach verschlingen.

Mit den Charakteren bin ich nur halb warm geworden. Da nach kurzen Passagen immer wieder gesprungen wurde, waren die Abschnitte der einzelnen Personen immer relativ kurz, als dass man sich wirklich an sie gewöhnen konnte. Das heißt nicht, dass mich die Personen nicht berührt haben. Mit Hannah zum Beispiel habe ich richtig mitgefühlt und gelitten. Mit David habe ich förmlich nach dem Mädchen gesucht und mit Tony habe ich genauso mitgefühlt und Angst gehabt. Aber man konnte nicht so eine Bindung aufbauen, wie zu Personen in anderen Romanen, wo man kaum verschiedene Handlungsstränge hat.


Alles in Allem ein sehr gelungener Thriller, der einen richtig mitreißen konnte, wenn man sich nicht von den vielen Handlungssträngen hat abschrecken lassen. Dies ist ein Thriller, nach dem ich schon lange gesucht hatte und ich wurde nicht enttäuscht.

Deswegen gibt es:

4 von 5 Schmetterlingen

1 Kommentar:

  1. Ich habe damals gar nicht mitbekommen, dass du das Buch gelesen hast :)
    Habe es letzten Monat gelesen und lese gerade Band 3 der Reihe. Band 2 muss dann schleunigst nachgezogen werden :) Mag seinen Schreibstil auch unheimlich.

    Liebe Grüße
    <2

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