Mittwoch, 29. Juni 2016

[Rezension] Jagdtrip von Jack Ketchum




Lee ist lebend aus dem Krieg zurückgekehrt, doch er ist ein anderer Mensch geworden. Die Erinnerung verfolgt ihn in seinen Träumen. Er lebt zurückgezogen tief in einem Wald und meidet den Kontakt zu Menschen. Aber heute ist er nicht allein. Eine Gruppe Camper ist in seine zerbrechliche Welt eingedrungen. Er hört ihre Stimmen, beobachtet ihr Lager. Mit einem Mal ist der Krieg zurück. Und Lees Besucher müssen um ihr Leben kämpfen ...

Seitenzahl: 368
Verlag: Heyne Hardcore
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Cover



Das düstere Cover von Jagdtrip hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Es passt perfekt zum Titel und wirkt einerseits wild und andererseits klar durchdacht. Auch der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht.

Wirklich begeistert bin ich von diesem Buch jedoch nicht. Ich hatte eine spannende, blutige Geschichte erwartet, da es ja bei Heyne Hardcore erschienen ist. Die Spannung kam jedoch erst in den letzten 60 Seiten und von Hardcore war hier nichts zu spüren.
Die Geschichte ist in zwei Stränge geteilt: Die Camper und Lee. Die Geschichte um die Camper fand ich noch sehr interessant, denn sie hatte noch etwas Leben. Die Geschichte um Lee fand ich etwas sehr trist und sie drehte sich fast nur um seine Erfahrung aus Vietnam, die die Geschichte nicht wirklich vorwärts gebracht hat. Sie hat einen immer wieder zurückgeworfen. Es war vielleicht interessant, etwas über Vietnam zu erfahren, aber das war mir einfach zu viel. Die Geschichte um die Camper war auch teilweise sehr abschweifend, aber hatte mehr einen roten Faden als die andere. Das Ende habe ich nicht verstanden und hat mich noch mehr enttäuscht, als die eigentliche Geschichte selbst.

Sprachlich bin ich etwas zwiegespalten. Einerseits fand ich den Stil gut, er war düster und perfekt zu diesem Thriller. Andererseits hatte ich meine Probleme mit dem Buch. Teilweise war es sehr schwierig durchzublicken, um wen es gerade in der Geschichte ging. Es wurde ab und an ein Name genannt und dann fast die ganze Zeit nur Er oder Sie.

Die Charaktere waren an sich sehr unterschiedlich. Einige etwas tiefgehender, andere etwas oberflächlicher. Aber trotzdem waren diese sehr vielschichtig und haben die Geschichte belebt.  Mit Lee bin ich nicht warm geworden und auch mit Kelsey nicht. Mit den beiden Frauen schon eher. Das einzige, das mich ein wenig verwirrt hatte, war, dass Michelle als Abkürzung Mich, worüber ich öfters gestolpert war.


Alles in allem ein ganz guter Thriller, dem ein wenig mehr Spannung und Übersicht fehlte. 

Deswegen gibt es:

3 von 5 Schmetterlingen

Ich danke Heyne für dieses Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Bei mir ist es doch noch ein Stern mehr geworden, weil ich mir über das Buch, seine Idee und sein Ziel nochmal genauer Gedanken gemacht habe. Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn wir dieses Jahr noch mehr von dem Autor lesen werden :)

    LG Andrea

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