Freitag, 12. August 2016

[Rezension] Schattwald von Barbara Dribbusch





Als Anne Südhausen nach Innsbruck reist, um den Nachlass ihrer verstorbenen Großmutter Charlotte zu regeln, macht sie eine Entdeckung: Tagebücher aus dem Zweiten Weltkrieg, die von Charlottes Zeit im Nervensanatorium Schattwald erzählen – einem Ort, an dem schreckliche Dinge geschahen, die das Leben der Großmutter für immer veränderten. Auch in der Gegenwart passiert Unerwartetes: Ein außergewöhnlicher Mann tritt in Annes Leben, einige Personen entwickeln plötzlich großes Interesse an den Tagebüchern und Anne gerät immer mehr in Gefahr ...

Seitenzahl: 368 Seiten
Verlag: Piper
Originalsprache: Deutsch


Das Cover von Schattwald ist düster und geheimnisvoll, sodass ich gleich sehr neugierig drauf war. Der Klappentext passt zum Cover und ich wusste, dass ich das Buch lesen wollte.

Der Inhalt war so ganz anders, als ich es erwartet hatte. Ich hatte eine düstere, spannende Geschichte erwartet, mit ein bisschen Psycho drin. Die Szenen in Schattwald waren harmlos und ich fand es sehr unlogisch, dass eine Patientin mit in gewisse Planungen eingezogen wird. Es war zwar ganz nett, etwas über ein Sanatorium in der Nazizeit zu erfahren,  aber mir war es zu nett dort. Das Thema Psychatrie wurde hier aus einem ganz anderem Blickwinkel betrachtet, der mich nicht ganz so fesseln konnte.

Die Geschichte wird teilweise aus der Sicht von Anne erzählt, bei der wir uns im Jahre 2014 befinden. Sie findet die Tagebücher ihrer Großmutter, die ihre Sicht auf Schattwald aufgeschrieben hatte.  An sich gefällt mir hier meistens die Vergangenheit besser, als die Stränge in dem Jetzt. Hier hat mir der Strang um anne besser gefallen, da hier wenigstens ein kleines bisschen Spannung aufkam.

Den Schreibstil fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Die meiste Zeit war er zwar flüssig zu lesen, aber teilweise wurden Nebensätze eingebaut, die diesen Fluss wieder gestört hatten.  Das hat mir das Lesen erschwert und konnte mich nicht richtig mitreißen.

Die Charaktere fand ich gut. Sie waren klar strukturiert und gut durchdacht. Sie waren vielschichtig und haben die Geschichte gut belebt. Sie haben ihrem Charakter entsprechend gehandelt und es gab hier keine Ungereimtheiten für  mich.


Alles in allem lässt mich dieses Buch traurig zurück. Ich habe eine spannende, düstere und vielleicht auch etwas brutalere Geschichte erwartet, habe aber nichts davon bekommen. Der Klappentext verspricht mehr, als das Buch wirklich hergibt. Es gab einige sehr vorhersehbare Stellen, die die Spannung noch zusätzlich rausgenommen haben. Sprachlich fand ich das Buch gewöhnungsbedürftig. Die Charaktere waren für mich jedoch ein Lichtblick.

Deswegen gibt es:

3 von 5 Schmetterlingen

Ich danke dem Piper Verlag für dieses Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Hallo Alex,

    ich war davon auch enttäuscht, weil ich mir eine viel tiefgehendere Geschichte erwartet hatte. Die Kuschelstimmung in Schattwald hat meine Erwartungen gar nicht getroffen. Ich kann dir nur zustimmen.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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