Donnerstag, 22. September 2016

[Rezension] Das Mitternachtsversprechen von Mascha Vassena



 Turin 1948. Die drei Schwestern Teresa, Lidia und Aurora haben das im Krieg zerstörte »Caffè Molinari« ihrer Eltern wieder aufgebaut und führen es dank des geheimen Familienrezepts für Giandujapralinen zu neuem Glanz. Doch als die Journalistin Vera beinahe siebzig Jahre später nach Turin reist, um mehr über das Leben ihrer Großmutter Teresa zu erfahren, stößt sie hinter der traditionsreichen Fassade des Kaffeehauses auf ein schreckliches Geheimnis. Stück für Stück enthüllt sie das Rätsel um die Familie Molinari, bis sie zu dessen bitteren Kern vordringt ...

Seitenzahl: 320 Seiten
Verlag: Piper
Originalsprache: Deutsch



Das Cover dieses Bandes ist einfach nur ein Traum. Einerseits fängt es für mich genau die Atmosphäre ein, die ich mir in Turin vorstelle, andererseits wirkt es leicht düster. Daher passt es einfach perfekt zum Inhalt des Buches.

Für mich war es das erste Buch der Autorin und da ich bisher immer nur Gutes über die Bücher von Mascha Vassena gehört habe, musste ich es einfach lesen. Ich war sehr gespannt darauf und nach anfänglichen Eintsiegsschwierigkeiten, war ich total begeistert.

Ich hatte eine etwas andere Geschichte erwartet, was daran liegt, dass die meisten Bücher aus diesem Genre, die ich gelesen hatte, von nur einer Autorin waren. Trotzdem hat mir die Umsetzung sehr gefallen und fand ich sogar sehr spannend und erfrischend.

Man wird nach und nach durch das Buch geführt und deckt langsam, aber sicher, die Familiengeschichte auf. Gleichzeitig kommt die Geschichte außen rum nicht zu kurz und passt sich perfekt an die Geschichte an. Das Einzige, das für mich nicht mit in diese Geschichte gepasst hat, waren die Szenen, wo es darum ging, dass Veras Schwester spurlos verschwunden ist. Dieser Teil wird für mich auch nicht wirklich aufgeklärt und hätte eigentlich wegbleiben können.

Sprachlich war das Buch sehr gut. Es ließ sich leicht und flüssig lesen, sodass man einfach nur in der Geschichte versinken konnte. Ich finde, dass die Autorin sehr bildlich und detailliert beschreibt, aber nicht zu überladen. Für mich lädt der Schreibstil einfach zum Träumen ein.

Mit Vera bin ich absolut nicht warm geworden. Sie ist nett und freundlich und hat eigentlich alles, was einen Menschen sympathisch macht, aber irgendwie wollte der Funken einfach nicht überspringen. Trotzdem fand ich sie sehr gut charakterisiert und beschrieben. Auch die anderen Charaktere waren sehr gut charakterisiert und vielschichtig.


Alles in allem ein sehr gutes Buch mit Ecken und Kanten, die es einfach sympathisch machen. Die Geschichte finde ich echt super gelungen und erfrischend, weil es mal etwas anderes war. Sprachlich war das Buch ein absoluter Traum und lädt dazu auch ein. Bei mir hat es nur nicht bei den Charakteren gefunkt, die trotzdem sehr gut charakterisiert waren. Ein tolles Buch, dass ich nur empfehlen kann.

Deswegen gibt es:

4 von 5 Schmetterlingen

Ich danke Piper für dieses Rezensionsexemplar.

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