Freitag, 4. August 2017

[Blogtour Der Schacht] Autorenvorstellung Volker C. Dützer


Herzlich willkommen zum letzten Tag der Blogtour zu "Der Schacht" von Volker Dützer. Manuela von Manus Buchregal hat euch gestern den Maskenmann vorgestellt. Hier geht es zum gesamten Tourplan.
Ich durfte für euch den unglaublich sympathischen Autor interviewen und möchte euch das Ergebnis gerne vorstellen.


Titel: Der Schacht | Autor: Volker Dützer
Verlag: KBV
Preis: E-Book 9,99€ / Gebundene: 11,95€ | Seitenzahl: 380

Kannst du dich kurz in drei Sätzen vorstellen?

Mein Name ist Volker C. Dützer, ich schreibe Thriller und Krimis, bin 53 Jahre alt und lebe mit meiner Frau im wilden Westerwald. Um Anfragen zuvorzukommen: Das C steht für Christian und wird nur erwähnt, weil mein Vor-und Nachname jeweils auf -er endet und das sich nicht besonders gut anhört. Der Meinung war zumindest mein erster Verleger. Seitdem sorgt das C. schon mal für Verwirrung, weil es auf den Buchcovern manchmal auftaucht und dann wieder nicht. C wie ceheimnisvoll. 😉

Haha, C wie ceheimnisvoll klingt gut. Was magst du gerne, was nicht so gerne?

Ich mag Stille und Natur, das Meer, am Strand liegen und faulenzen, Rennradfahren und Schlagzeugspielen, die Musik von The Police, gut erzählte Geschichten, Sonnenblumen und Eisbären.
Ich mag kein Gedränge und keinen Lärm (was mir manchmal die erstaunte Frage einbringt, wie ich denn dann Schlagzeug spielen und laute Musik mögen kann), keinen Schnee und keine Lügen. Und ich hasse es, beim Schreiben unterbrochen zu werden, weil in diesem Augenblick vielleicht ein wunderbarer Einfall verschwindet.

Den Strand und die Natur mag ich auch, doch die Stille dagegen halte ich nicht aus. Was machst du neben dem Bücherschreiben?

Obwohl ich vor ein paar Jahren einen Unfall hatte und mein Rücken ziemlich im Eimer ist, versuche ich noch immer, so viel Sport zu treiben, wie es geht. Das bedeutet Radfahren (Rennrad und Mountainbike) und Schwimmen. Bis vor einem Jahr habe ich noch in einer Rockband Schlagzeug gespielt, aber das Schreiben nimmt inzwischen zu viel Zeit in Anspruch und ich komme nur noch ab und zu zum Spielen. Außerdem gehe ich gerne mit meiner Frau in der schönen Landschaft des Westerwalds spazieren.

Schlagzeuger in einer Rockband klingt cool. Schade, dass die Musik ein wenig zurückstecken muss. Aber Schreiben ist eine tolle Alternative ;) Was liest du gerne? Gibt es Genre, die dir gar nicht zusagen?

Foto © Volker Dützer
Ich lese gerne, was ich auch gerne schreibe: Thriller. Am liebsten solche, die sich am Rand der Realität bewegen. Die frühen Sachen von Dean Koontz finde ich klasse, ansonsten alles, was mich auf den ersten Seiten packt. Es darf auch schon mal ein historischer Roman sein, aber er muss spannend sein. Daneben lese ich alle wissenschaftlichen Bücher, die ich in die Finger kriegen kann: Evolutionsbiologie, Gentechnik, Kosmologie und Astronomie. Mich interessiert brennend, wie sich Technik weiterentwickelt und wie die Welt der Zukunft aussehen wird.

Etwas zu Schreiben, was man nicht gerne ließt klingt sowieso schwer. Aber was gibt es besseres, als eine nervenaufreibenden Thriller, der einen komplett mitreißt? ;) Wie bist du zum Schreiben gekommen? Gibt es andere Autoren, die dir als Vorbild gedient haben? Vielleicht auch welche, die dich inspiriert haben?

Ich schreibe, seit ich einen Stift halten kann. Der Drang, mir Geschichten auszudenken, war schon immer da. Ich probiere gerne Sachen selbst aus, die mir gefallen, und will nicht nur Zuschauer sein. So merkt man zwangsläufig ab und zu: „Hey, das liegt mir“, und so war das mit dem Schreiben auch. Als ich sechzehn war, sollte jeder Schüler eine Kurzgeschichte schreiben. Die meisten schrieben Sachen wie „Was ich in den Ferien erlebt habe“. Ich schrieb eine Gruselgeschichte. Da ich ziemlich faul war, waren alle erstaunt, als ich mich zum Vorlesen meldete. Danach war’s dann fünfzehn Minuten so still, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören. Gewissermaßen war das der Startschuss für eine Karriere als Thrillerautor. Mein Deutschlehrer gab mir nur eine 2, weil ihm der Schluss nicht gefiel. Das hat mich schwer gewurmt, weil ich fand, dass er unrecht hatte. Jahre später, als mein erster Roman erschien, hab ich bei ihm geklingelt und ihm das Buch in die Hand gedrückt. Er hat sich sehr gefreut. Er war einer der wenigen guten Lehrer, die ich hatte.
Ich bin bis heute von Dean Koontz und Stephen King inspiriert, aber auch von Krimi-Autoren wie Robert B. Parker oder Daphne de Maurier. Sie alle aufzuzählen, dafür reicht der Platz nicht.


Ich muss gestehen, dass auch ich gebannt dem Interview folge. Aber die Sache mit deinem Deutschlehrer finde ich klasse. Ich bezweifle, dass meine Deutschlehrer sich noch an mich erinnern können.^^ Warum schreibst du? Was hält dich an einem Tiefpunkt davon ab, nicht alles hinzuschmeißen?

Eine an MS erkrankte Bloggerin hat mir mal geschrieben, dass Sie beim Lesen von „Nexx-Die Spur“ so sehr in die Geschichte hineingezogen wurde, dass sie eine Zeit lang ihre Krankheit vergaß. Das hat mich enorm berührt. Dieses Gefühl, die Welt um mich herum zu vergessen, wenn ich lese, ist der Grund, warum ich schreibe, denn dieses Gefühl mit meinen Geschichten auch bei anderen erzeugen zu können, erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit.

Das ist ein echt toller Grund und das bereitet mir Gänsehaut. Wo schreibst du am liebsten? Gibt es Orte, die dich inspirieren?

Photo by Owen Walters on Unsplash
Ich bin im Frühjahr innerhalb unseres Hauses umgezogen und schreibe nun in einem großen Studio unter dem Dach mit Blick auf den nahen Wald. Hier fühle ich mich sehr wohl. Im Sommer schreibe ich auch schon mal im Garten unter einem schönen großen Baum. Inspiration ist bei mir nicht an einen bestimmten Ort gebunden – wenn, dann vielleicht das Meer. Wenn ich mal einen Bestseller lande, werden wir ans Meer ziehen, das habe ich mir fest vorgenommen.

Ich hoffe es sehr für dich und drücke dir die Daumen, dass viele deiner Geschichten Bestseller werden. Verdient hätten sie es. Kommen wir zu dem Buch, um das es eigentlich geht – Der Schacht. Wie bist zu der Idee dazu gekommen?

Da kann ich nicht allzu viel drüber erzählen, weil ich sonst zu viel von der Handlung verrate. Der Showdown, der in einem alten Bergwerk spielt, war das Erste, was mir im Kopf herumspukte; und dann natürlich die Hauptfigur, Helen Stein. Ich sah eine verängstigte Frau, die schlafwandelt und an unheimlichen Orten aufwacht – im Kleiderschrank oder im Gartenhaus hinter einer Barrikade aus Hacken und Kaninchendraht. Ich fragte mich, was wohl mit ihr passiert war. Dann entdeckte ich beim Spazierengehen am Deutschen Eck in Koblenz diesen Deckel im Boden und fragte mich, was sich darunter verbirgt. Zufällig sah ich dann wenig später im Fernsehen eine Dokumentation über echte und falsche Erinnerungen, die jeder von uns hat. Ich fand es erstaunlich, wie leicht man das Gedächtnis der Menschen manipulieren kann, und irgendwann fügten sich die Ideen zusammen.

Alleine der Klappentext bereitet mir Gänsehaut. Wie fühlt es sich für dich an, wenn du die Geschichte entwickelst?

Es ist ein Albtraum, jedes Mal. Überrascht? Das Plotten, das Entwickeln einer Geschichte fällt mir immer am Schwersten. Es ist wie das Herumwühlen in einer riesigen Kiste mit Legosteinen. Man muss die richtigen Steinchen finden, und das kann sehr anstrengend und frustrierend sein. Aber auch wie Extasy wirken, wenn ich sie gefunden habe. Eine Idee muss mich packen, meine Nackenhaare müssen sich aufstellen und ich muss spüren: „Ja, das ist es! Genau das!“ Ich frage mich am Anfang immer: „Was wäre wenn …“ Wenn es gut läuft, versinke ich so sehr in der Geschichte, dass ich vergesse, was ich tue. Dann schreibe ich und lese meine eigene Geschichte zugleich. Mein Rekord liegt bei zehn Seiten in der Stunde. Aber oft sehe ich auch dem Cursor beim Blinken zu und nichts regt sich. Das ist für mich und meine Umwelt eine ziemliche Belastung, weil ich ungeduldig bin und voller Selbstzweifel stecke. Meine Frau muss meine miese Laune dann ausbaden. Mein bisher größter Erfolg ist als Manuskript zweimal im Papierkorb gelandet. Nur weil ich es nicht leiden kann, Dinge nicht zu Ende zu bringen, habe ich es wieder rausgezogen und fertig geschrieben. (Zum Glück.)

Und ich finde, dass man genau das in der Geschichte findet. Alleine der Anfang haut einen schon um. Wie lange hast du für die Geschichte gebraucht?

Foto  ©Volker Dützer
„Der Schacht“ ist einer meiner „schnellen“ Romane. Mit Vorarbeiten und Planung habe ich nur ein halbes Jahr gebraucht. Stephen King hat mal gesagt: „Spannende Romane werden schnell geschrieben.“ Recht hat er, der olle King.

Das zeigt nur, wie sehr dich deine Geschichte selbst gepackt hat. Schreibst du eher spontan, oder bist du jemand, der alles von Anfang bis Ende genau durchplant?

Ich plane schon so sorgfältig, wie es geht, vor allem mit den Figuren gebe ich mir sehr viel Mühe, denn sie sind das Wichtigste in einer guten Geschichte. Bevor ich anfange, kenne ich meine Figuren sehr gut. Ich schreibe ihre Biographien und interviewe sie, ich weiß, was sie gemacht haben, bevor die Handlung einsetzt, und ich weiß, wie sie reden und sich in jeder Situation verhalten. Auch die Handlung plane ich im Voraus. Alle meine Geschichten sind nach dem Prinzip der Heldenreise aufgebaut, damit habe ich einen groben Bauplan, was wann etwa passiert. Und dann wird doch alles ganz anders …

Haha, ja das kenne ich. Man plant und dann wird es doch ganz anders. Welches Buch ist dein Lieblingsbuch?

„Brandzeichen“ von Dean Koontz. Ich knie ehrfürchtig nieder vor diesem Werk.

Das kenne ich noch nicht und weiß nun, was bald bei mir einzieht. Wie stehst du zu Buchverfilmungen?

Es gibt gute und schlechte, die meisten sind wohl eher schlecht. Buch und Film sind zwei grundsätzlich verschiedene Medien, die man schwer miteinander vergleichen kann.

Welches deiner Bücher hat dir beim Schreiben am meisten Spaß gemacht?

Immer das, an dem ich gerade arbeite. 😉

Haha, eine sehr gute Antwort :-P Wenn du einen Tag mit einem deiner Protagonisten verbringen dürftest, wer wäre es und was würdet ihr machen?

Das ist eine interessante Frage, die mir noch niemand gestellt hat. Uiii, da muss ich passen. Vielleicht mal ein Abenteuer erleben mit Funke & Stein.

Abenteuer klingen immer spannend. Welchen deiner Mörder hast du beim Schreiben am meisten gehasst und verflucht?

Ich liebe meine Schurken. Alle. Punkt.

Zum Schluss noch ein paar Stichpunktfragen:

Kaffee oder Tee? 
Kaffee oder ein Glas Rotwein zum Entspannen.

Buch oder ebook? 
Ist mir wurscht, es kommt auf den Inhalt an. Ebook ist praktischer, meine Regale platzen aus allen Nähten.

Sommer oder Winter? 
Sommer

Duschen oder Baden? 
Baden (seltsame Frage)

Wälzer oder Kurzgeschichte? 
Wälzer

Hund oder Katze? 
Katze, sie macht, was sie will.

Vielen Dank für das Interview.
Auch ich möchte mich bei Volker für das tolle Interview bedanken :)



Das Gewinnspiel

Zu gewinnen gibt es:


Hauptpreis: “Der Schacht” + “Freier Fall” von Volker Dützer signiert in Print

2.-3. Preis: “Der Schacht” von Volker Dützer signiert in Print

Ich müsst lediglich die folgende Frage beantworten und landet automatisch im Lostopf. 
Ihr könnt Zusatzlose sammeln, wenn ihr auch bei den anderen Beiträgen die Fragen beantwortet - also insgesamt sind 5 Lose möglich.

Wenn ihr dem Autor eine Frage stellen könntet, welche wäre das?

Das Gewinnspiel läuft bis zum 06.08., die Gewinner werden am 07.08. bekanntgegeben.

Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärt ihr euch mit den Teilnahmebedingungen einverstanden

Kommentare:

  1. Ich würde ihn fragen, ob er auch so reiseverrückt ist, wie ich es bin. Ich liebe es, durch die ganze Welt zu reisen und alles neu zu entdecken.
    Liebe Grüße,
    Anni

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  2. Tolles Interview! Von Volker Dützer habe ich "Tödliche Heimkehr" in einer Leserunde gelesen, ein Buch das ich sehr fesselnd fand.

    Ich würde vom Autor gern wissen, was ihn inspiriert, woher er die Ideen für seine Bücher bekommt.

    LG, tweedledee

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  3. Hey!

    Was ist in nächster zeit schreibtechnisch noch so geplant bei dir?

    Liebe grüße Carina

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